Poly-Play: Der DDR Spielautomat

Vor 40 Jahren – im November 1972 – kam mit „Pong“ das erste Heimvideospiel der Welt auf den Markt. Zum Jubiläum befasste ich mich für die Ostsee-Zeitung mit diesem Thema. Dabei stieß ich auf den „Poly-Play“, dem einzigen Videospiel-Automaten der DDR.

Von 1985 bis 1989 wurde die Automaten-Technik im „VEB Polytechnik Karl-Marx-Stadt“ in Chemnitz gefertigt. Das Pressspangehäuse kam vom Möbelhersteller „VEB Raumkunst Mosel“. In Jugendherbergen, auf Rummeln und im Palast der Republik konnte man die Maschinen finden. Wer auf dem Arcade-Automaten zocken wollte, musste 50 Pfennig für ein Spiel einwerfen. Anscheinend waren insgesamt zwölf Spiele entwickelt worden. Acht davon fanden gleichzeitig auf dem „Poly-Play“ Platz.

Spiele für den Poly-Play: Games in der DDR

Skurril wirkt heutzutage das Spielprinzip von „Wasserrohrbruch“. Dabei tropft Wasser von der Zimmerdecke. Der Spieler muss die herabfallenden Tropfen mit einem Eimer einfangen und verhindern, dass der Wasserspiegel steigt. Ist der Pegel zu hoch, endet das Spiel. Dagegen ist der Pac-Man-Klon „Hase und Wolf“ unterhaltsamer. Auf der Seite www.polyplay.de kann man diese und weitere Spiele ausprobieren.

Doch der „Poly-Play“ war nicht nur zur Unterhaltung gedacht, wie Andreas Lange, der Direktor des Computerspiele-Museum Berlin, im Interview für die Ostsee-Zeitung vom 17.11.2012 erklärte:

Aufgrund des verschärften Jugendschutzes ab 1984 durften in der BRD Automaten – ob Glückspiel oder Videospiel nur in den Bereichen aufgestellt werden, in denen ausschließlich Volljährige Zutritt hatten. In Ostdeutschland sah dies ganz anders aus. „Die DDR musste eine eigene Software-Industrie aufbauen und wollte über Computerspiele Talente identifizieren, um diese frühzeitig zu fördern“, erläutert Lange.

Poly-Play im Video:

Ein Gedanke zu “Poly-Play: Der DDR Spielautomat

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