Mehr Mut beweisen – Interview für den Deutschen Journalisten-Verband

Wie ist das Leben als Volontär? Für das Mitgliederjournal des DJV-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern „Kiek An!“ beantwortete ich ein paar Fragen zu meiner Arbeit bei der Ostsee-Zeitung (OZ). Hier ein Auszug.

Warum und auf welchem Weg haben Sie sich bei der OZ beworben?

Im Jahr 2008 habe ich als freier Mitarbeiter bei der OZ angefangen. Über die Jahre hat mich ein Ressortleiter besonders gefördert und mir viel Feedback gegeben. Ich sprach mit ihm mehrfach über das Volontariat. Mich überzeugte vor allem, dass Volontäre verschiedene Ressorts durchlaufen und gleich in den Arbeitsalltag involviert werden. Zudem kannte ich bereits einige Kollegen, was den Einstieg einfacher machte.

Welche Vorbildung haben Sie, woher kommen Sie und wie ist der Berufswunsch, Journalist zu werden, entstanden?

Mein Studium in Rostock nutzte ich, um verschiedene Berufsfelder auszuprobieren. Ich brachte mich in wissenschaftliche Projekte ein und arbeitete im PR-Bereich. Beim Studentenmagazin heuler gelang mir mein journalistischer Einstieg, während ich mein Handwerk bei der OZ verbessern konnte. Später spezialisierte ich mich auf Hochschulthemen und veröffentlichte dazu Artikel in der FAZ oder bei Spiegel Online. Im Verlauf all dieser Stationen festigte sich der Wunsch, meinen bisherigen Nebenjob zum Beruf zu machen. Ein Hauptgrund dafür ist, dass ich als Journalist spannende Geschichten erzählen und teilen kann.

Schätzen Sie bitte positive und negative Aspekte in der Ausbildung und im innerredaktionellen Einsatz ein.

In den ersten Monaten meines Volontariats arbeitete ich in der Lokalredaktion Rostock sowie für das Wirtschafts- und Kultur-Ressort. Dadurch konnte ich mich mit vielen neuen Themenbereichen auseinandersetzen. Auf diesem Weg profitierte ich von einigen erfahrenen Kollegen, die mir zu meinen Artikeln Feedback gaben – allerdings musste ich das oft auch einfordern. Zudem kann ich meine Ausbildung selbst mitgestalten. Auf eigenen Wunsch habe ich zum Beispiel im Berliner Büro des Verlags hospitieren können. Obwohl die OZ viele Ansätze bietet, Artikel durch Videos und Online-Elemente zu erweitern, bleibt mir im Redaktionsalltag meist zu wenig Zeit, diese Chancen zu nutzen.

Volontäre klagen hinter vorgehaltener Hand oft über enorme Arbeitsbelastung und dass sie zum „Löcherstopfen“ wie Redakteure eingesetzt werden – einschließlich des Einsatzes zu Wochenenddiensten. Empfinden Sie den Leistungsdruck als angemessen?

Manchmal ist das Arbeitspensum höher als vereinbart, aber das hält sich in Grenzen. Wochenenddienste machen mir nichts aus, da dies während meiner Tätigkeit als freier Mitarbeiter gang und gäbe war. Für einen Kollegen bin ich erst einmal eingesprungen, wodurch ich kurzfristig in ein anderes Ressort kam. Das störte mich nicht, da ich in den zwei Wochen viele eigene Ideen umsetzen konnte. Aus Gesprächen mit Volontärskollegen – vor allem aus anderen Unternehmen – weiß ich aber, dass sie zum Teil für mehrere Monate Redakteure ersetzen mussten und dadurch ihr Ausbildungsplan nicht eingehalten wurde. In solchen Situationen sollten wir Volontäre mehr Mut beweisen und das Gespräch suchen, damit das „Lückenfüllen“ nicht zum Standard wird.

In einem anderen Artikel habe ich mich mit dem journalistischen Schreibstil beim Spiegel und New York Times auseinandergesetzt.

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